Am 28.06.2001 veranstaltet das Suchthilfezentrum
Nikolausburg eine Tagung zum Thema "Kontrolliertes
Trinken – Rückfall oder Chance?" An diesem Tage
erwarten wir über 100 Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter,
Sozialwissenschaftler sowie Mitglieder der verschiedenen
Selbsthilfegruppen.
Als Referenten haben wir gewonnen Herrn Professor Dr.
Körkel, der im deutschsprachigen Raum die Diskussion über
das Kontrollierte Trinken initiiert hat und wesentlich
mitbestimmt.
Ein weiterer Referent ist Rolf Hüllinghorst, Leiter der
Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren – DHS –
der u. a. auf die Gefahren der Idee des Kontrollierten
Trinkens für Suchtkranke hinweist. Schließlich wird Herr
Janßen, Bundesgeschäftsführer des Kreuzbundes aus der
spezifischen Sicht der Betroffenen Stellung beziehen.
In einer Plenumssitzung und in Arbeitsgruppen wird
kontrovers und sicherlich auch sehr emotional auch darüber
gesprochen werden, ob denn das absolute Abstinenzgebot für
Alkoholkranke aufgehoben, gemindert oder zumindestens
differenziert betrachtet werden muß. In diesem Zusammenhang
werden wir uns auch mit dem ambulanten Gruppenprogramm zum
Kontrollierten Trinken beschäftigen. Bislang hat die
überkommene Suchtkrankenhilfe 95 Prozent aller
Alkoholkranken nicht erreicht. Können Überlegungen und
Konzepte zum Kontrollierten Trinken hier neue Wege eröffnen
und dazu führen, dass sich mehr Alkoholkranke vom Angebot
der Suchtkrankenhilfe angesprochen fühlen. Ist es für den
Kreis der ca. 9 Millionen Bundesbürger mit schädlichen
Alkoholkonsum, die noch nicht abhängig sind eine
Möglichkeit ihren Alkoholkonsum so zu steuern, dass
gesundheitliche Schäden vermieden werden Können?
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Suchthilfezentrums Nikolausburg vertreten in der
gegenwärtigen Diskussion den Standpunkt, dass
Kontrolliertes Trinken nach jetzigem Erkenntnisstand für
Alkoholkranke nicht in Frage kommt. Programme zum
Kontrollierten Trinken können aber sehr wohl für die
vielem Millionen Bundesbürger mit schädlichem
Alkoholkonsum Mittel wirksamer Vorbeugung und
Gesundheitsfürsorge werden.